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Director's News

Liebe Leserin, lieber Leser,

was kommt 2015 – also im Jahr eins nach dem großen Jubiläumsjahr, in dem das MAK den 150. Geburtstag mit einer Reihe vielbeachteter Projekte gefeiert hat?

Unser Anspruch ist mitzuhelfen, die Welt zu verbessern! Die noch bis 19. April 2015 gezeigte Großausstellung  Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen ist die kulturhistorische Brücke zu den großen Fragen der Gegenwart. Wir leben in einer neuen, der Digitalen Moderne, die unseren Alltag binnen weniger Jahrzehnte grundlegend verändert hat. Die Digitalisierung hat enormes Potenzial, etwa bei Bildung und Gesundheit, sie birgt aber auch erhebliche Gefahren, denn letztlich geht es um die Entbehrlichkeit des Menschen in einer Zivilisation, die sich durch künstliche Intelligenz zunehmend selbst organisiert. Bereits jetzt vernichtet die Automatisierung Millionen Jobs, ohne dies – wie das in der Vergangenheit bei technologischem Fortschritt stets der Fall war – durch neue Jobs zu kompensieren. Zugleich wird mit Inbrunst an nichts Geringerem als der Verschmelzung von Mensch und Computer gearbeitet, was von kritischen Stimmen mit der Abschaffung der Spezies Mensch gleichgesetzt wird. Und das Paradoxe dabei ist: Sie, ich, wir alle spielen mit Begeisterung mit.

Ein Hauptrezept gegen die digitale Falle sind menschliche Kreativität und Kunst. Denken Sie bei angewandter Kunst und Design nicht nur an Möbel und Gläser, sondern ebenso an Smartphones und Sharing Economy – und Sie werden verstehen, warum ein Museum wie das MAK gefordert ist, sinnvolle Wege der Digitalen Moderne zu erarbeiten. Wir wollen und können das nicht alleine tun. Wir brauchen Partner wie die Universität für angewandte Kunst Wien, die Kunsthalle Wien, das Architekturzentrum Wien und departure, das Kreativzentrum der Wirtschaftsagentur Wien, mit denen das MAK die von mir initiierte Vienna Biennale 2015: Ideas for Change gemeinsam durchführt. Und wir brauchen Sie – Ihr reges Interesse und Ihre nachhaltige Mitwirkung: Sind Sie zum „Change“ bereit?

Christoph Thun-Hohenstein
Direktor MAK


 

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