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Director's News

Liebe Leserin, lieber Leser,

Für das MAK wird 2014 ein magisches Jahr. Warum? Wir feiern unseren 150. Geburtstag – und tun das im Wissen, dass sich kein Museum der Welt auf seinen Lorbeeren ausruhen kann, sondern sich immer wieder neu erfinden muss. Damit meine ich weder von Eitelkeit getriebenen Aktionismus noch den Drang zur Selbstverwirklichung durch Megabauprojekte, sondern echte Innovationen, um das Museum im digitalen Zeitalter als Forum mit Vorbildcharakter zu positionieren. Kontinuität schafft Stärke, solange sie ein hohes Maß an Offenheit und Flexibilität erlaubt, ja sogar fördert. Veränderung aus einer derart verstandenen Kontinuität heraus ist für das MAK der Schlüssel, um auf der Grundlage einer seit 150 Jahren wachsenden Sammlung frische Glaubwürdigkeit zu erlangen.

Der Härtetest für die Relevanz jeglicher Aktivität ist immer die Gegenfrage, was fehlte, wenn es die betreffende Aktivität nicht gäbe. Im Falle des MAK ist die Antwort beeindruckend – historisch wie zeitgenössisch. So wird die bedeutsame Wiener Moderne nur dann verständlich, wenn die angewandte Kunst einen zentralen Stellenwert erhält (wovon die neue MAK-Schausammlung Wien 1900 Zeugnis gibt) und die beiden in Wien um 1900 erarbeiteten Wege der Moderne mit ihrer Relevanz bis heute zur Diskussion gestellt werden (eine umfassende Ausstellung hierzu ab Dezember). Das Globallabor der Kultur, zum Beispiel die vielfältigen kulturellen Beziehungen und Bezüge zwischen Europa und Asien, bietet stets Potenzial für Experimente und neue Erkenntnisse, insbesondere dann, wenn zugleich der Dialog zwischen angewandter Kunst und Gegenwartskunst – im MAK schon Tradition – vorangetrieben wird (wie zuletzt bei der von Andreas Fogarasi ko-kuratierten Ausstellung über zeitgenössische Architektur in Ostasien oder ab Februar in der von Tadashi Kawamata konzipierten neuen MAK-Schausammlung Asien). Architektur und Design, zwei Kernbereiche der angewandten Kunst, verändern ihre Bestimmung und entwickeln sich zu strategischen Instrumenten für einen positiven Wandel (was im MAK inzwischen zum Kernthema geworden ist). Dies sind nur einige Elemente eines international und spartenübergreifend ausgerichteten Konzepts, das sich 2014 weiter verdichten wird und die Voraussetzungen für eine künftige Wiener Biennale für positiven Wandel schaffen soll, die als erste Biennale überhaupt zeitgenössische bildende Kunst und Medien-Kunst mit Design, Architektur und anderen angewandten Disziplinen verbindet. Die größte Herausforderung wird darin bestehen, den systematischen Austausch zwischen den Sparten in eine effektive „interkreative“ Strategie mit nachhaltigen Ergebnissen umzuwandeln.

Das Jubiläumsjahr 2014 wird daher keinen sentimentalen Rückblick auf die Museumsgeschichte bieten, sondern soll das MAK – auf der Vergangenheit aufbauend – als eine maßgebliche Plattform der Künste für positiven Wandel verankern. Dies kann nur gelingen, wenn der eingeschlagene Weg von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, angenommen und durch Ihre Mitwirkung begleitet wird. Wir wünschen uns Menschen unterschiedlichster Generationen, Herkunft und Bildung im MAK vereint und wollen die erhöhte Aufmerksamkeit im Jubiläumsjahr nützen, um Sie stets aufs Neue zu inspirieren.
 
Christoph Thun-Hohenstein
Direktor MAK


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