Ausstellung

SHUNGA

Erotische Kunst aus Japan

Mi, 12.10.2016–So, 05.03.2017

MAK DESIGN LABOR

„Shun-ga“, Frühlingsbilder, sind in Ostasien seit Langem verbreitet. Sie zeugen von einer anderen Einstellung zu Sexualität und Erotik, als sie uns in Europa anerzogen wurde und sind den „ukiyo-e“, Bildern der fließenden Welt, zugeordnet. Fast alle großen Ukiyo-e-Künstler haben erotische Bilder geschaffen. Diese waren zwar von der Regierung verboten, wurden jedoch unter der Hand unsigniert verkauft und machten Schätzungen zufolge bis zu 50 Prozent der Ukiyo-e-Produktion aus.

Erst seit kurzer Zeit beschäftigen sich Kunst- und Sozialgeschichte mit einem gesamtheitlichen Bild der Themen des japanischen Massenmediums Ukiyo-e. Westliche BesucherInnen im Japan des späten 19. Jahrhunderts waren über den scheinbar unbekümmerten Umgang mit Nacktheit und Sexualität überrascht. Tatsächlich vermitteln auch die Farbholzschnitte immer noch diesen Eindruck.

In Europa ist Sexualität seit der Antike heroisch und religiös verbrämt, sehr oft auf den nackten weiblichen Körper konzentriert: „Der Maler und sein Modell“ ist das typische Bild europäischer erotischer Kunst. Im Gegensatz dazu stehen von Indien bis Japan stets die Vereinigung von zwei Menschen und der spielerische Umgang mit der Geschlechtlichkeit im Mittelpunkt. Religion, Philosophie oder Medizin dienen dabei oftmals als Metapher. Wichtig scheinen stets das Einvernehmen der Beteiligten und das Fehlen von Gewalt, die nur selten thematisiert wird. Hinzu kommt häufig eine Prise Humor, die durch unterhaltsame Dialoge unterstützt wird. Die Grenzen zwischen erotischer Kunst und Pornografie können oft nur undeutlich gezogen werden. So fanden Drucke erotischer Inhalte lange keine Aufnahme in die Sammlungen westlicher Museen. Shunga kamen im Ausstellungsbetrieb bis vor Kurzem kaum vor.

Die in der MAK-Ausstellung gezeigten erotischen Farbholzschnitte sind Leihgaben der Leopold Privatsammlung, ergänzt durch Drucke aus der Sammlung des MAK und einer weiteren Wiener Privatsammlung.

Gastkurator: Diethard Leopold
Kurator: Johannes Wieninger, Kustode MAK-Sammlung Asien
Wissenschaftliche Beratung: Sepp Linhart

Die Ausstellung enthält explizit erotische Darstellungen, die das moralische Empfinden von Personen unter 16 Jahren verletzen könnten.

Führungen

bis 28.1.2017
Sa, 15:00 Uhr

Jeden Dienstag bis einschließlich 28.2.2017, 18:00 Uhr
Rundgang durch das MAK + Führung durch die Ausstellung

Valentinstag-Special
Di, 14.2.2017, 18:00 Uhr

Führung durch die Ausstellung

Kuratorenführung

Do, 13.10.2016, 17:00 Uhr
Di, 08.11.2016, 18:00 Uhr
Di, 28.02.2017, 18:00 Uhr
SHUNGA. Erotische Kunst aus Japan
mit Johannes Wieninger

SHUNGA-Abend

Di, 24.01.2017, 18:15 Uhr - 21:00 Uhr
Erotik der Dinge
Eintritt frei

18:15 Uhr
Kuratorenführung
durch die Ausstellung SHUNGA. Erotische Kunst aus Japan  mit Johannes Wieninger, Kustode MAK-Sammlung Asien
 
19:15 Uhr
Publikumsgespräch EROTIK DER DINGE
mit Helene Karmasin, Barbara van Melle, Inge Prader, Eva Schlegel und Johannes Wieninger
 
Bei Shunga geht es selbstverständlich um explizite Erotik und Sex, jedoch nicht nur. In hoher künstlerischer Qualität wird auch dem Ambiente hohe Aufmerksamkeit geschenkt: Überaus elaborierte Kostüme und Gewänder, kostbare Lacke und Porzellane sowie opulente Kulinarik scheinen oft wichtiger zu sein als das „eigentliche“ Thema.
 
Diese Nebenthemen beleuchten wir im Gespräch näher – nicht nur auf Japan beschränkt. Wir wollen zudem der Frage nachgehen, wie es um die alltägliche Erotik in der Kunst und die Erotik in unserem Umgang mit den Dingen des Alltags bestellt ist, denn die zur Schau getragene und öffentlich gepflegte Erotik ist ja oft stärker als die „heimliche“ innerhalb der eigenen vier Wände.
 
Helene Karmasin, Markt- und Motivforscherin
Helene Karmasin ist Gründerin des Instituts für Motivforschung und des Österreichischen Gallup Instituts und leitet das Institut Karmasin Behavioural Insights. Sie ist auf qualitative Marktforschung und semiotische Analysen spezialisiert, dabei gilt ihr besonderes Interesse der Einbettung von Produkten und Marken in die Kultur zeitgenössischer Gesellschaften. In einer ihrer letzten Publikationen, Verpackung ist Verführung (2015), werden die „Erotik der Dinge“ und die „Erotik des Auspackens“ direkt angesprochen.
 Barbara van Melle, Journalistin, Autorin, Unternehmerin 
und Leiterin von Slow Food Wien. Sie war 25 Jahre für den ORF tätig. Seit 2006 leitet sie das Slow Food Convivium und ist Mitbegründerin der österreichischen „Slow Food Arche des Geschmacks“ sowie Mitinitiatorin des internationalen touristischen Pilotprojekts „Slow Food Travel“. Im März 2017 organisiert sie zum zweiten Mal Kruste & Krume – das Brotfestival in Wien.
 Inge Prader, Fotografin 
Inge Prader konnte sich innerhalb kürzester Zeit als Mode- und hochgeschätzte Porträtfotografin bekannter Persönlichkeiten aus Film, Mode, Kunst und Kultur etablieren. Seit vielen Jahren ist sie für renommierte internationale Magazine und Werbeagenturen tätig. Durch die Style Bibles für den Life Ball ist sie seit 2014 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
 Eva Schlegel, Künstlerin
Ein zentraler Angelpunkt in Eva Schlegels künstlerischem Schaffen ist der Gegensatz zwischen Materiellem und Ephemerem, der in verschiedenen Kontexten thematisiert wird. Eva Schlegel experimentiert mit den unterschiedlichsten Techniken wie Fotografie, Video, Grafit, Lack und Blei und verknüpft ihre Arbeiten oft mit Architektur, Installationen oder Interventionen.
 Johannes Wieninger, Kustode MAK-Sammlung Asien
Als langjähriger Mitarbeiter des MAK ist Johannes Wieninger für zahlreiche Ausstellungen und Projekte im In- und Ausland verantwortlich, die den internationalen Kontakten und Verbindungen von Kunst und Kultur verpflichtet sind. Gemeinsam mit Diethard Leopold zeichnet er auch für die Ausstellung SHUNGA verantwortlich.

MAK SENIORiNNEN

Mi, 19.10.2016, 15:00 Uhr
SHUNGA. Erotische Kunst aus Japan
Ausstellungsführung, anschließend weiterführendes Gespräch im Restaurant Salonplafond im MAK. Gesamtpreis € 15.  Information: T +43 1 711 36-298

Katalog

Der gleichnamige Katalog zur Ausstellung, herausgegeben vom MAK, mit Texten von Susanne Klien, Diethard Leopold, Sepp Linhart, Christoph Thun-Hohenstein und Johannes Wieninger, 150 Seiten, 80 Abbildungen, ist erhältlich im MAK Design Shop um € 18.

Öffnungszeiten

Di 10:00–22:00 Uhr
Mi–So 10:00–18:00 Uhr
Mo geschlossen
Jeden Dienstag 18:00–22:00 Uhr Eintritt frei

 

Eintritt

€ 9,90 / ermäßigt € 7,50
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19

Jeden Dienstag 18:00–22:00 Uhr Eintritt frei

 

Familienkarte € 13
(zwei Erwachsene + mind. ein Kind bis zum vollendeten 14. Lebensjahr)

Wien 1900-Kombiticket
€ 17,90 / ermäßigt € 14,50
gültig für MAK und Leopold Museum

 

Führungen

MAK TOURS –
Rundgänge durch das MAK:
Sa 11:00 Uhr deutsch, So 12:00 Uhr englisch und Themenführungen

Führungsbeitrag:
€ 3,50 (1 Std.), € 5 (1,5 Std.) pro Person, außer Kinder bis 6 Jahre und InhaberInnen des „Hunger auf Kunst und Kultur“-Passes

 

Sonderführungen

nach Voranmeldung
Gabriele Fabiankowitsch, Leitung Bildungsprogramm und Führungen
T +43 1 711 36-298
(Mo–Fr 10:00–16:00 Uhr),

 

Multimedia-Guide

für Wien 1900, Asien, Teppiche: € 2

Oder als App kostenlos auf das
eigene Tablet (iOS und Android) herunterladen!
 

Barrierefreier Zutritt

Lift, Behinderten-WC beim Eingang Weiskirchnerstraße 3



 

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Warum ist es interessant sich mit Shunga zu beschäftigen?
Mi, 12.10.2016–So, 29.01.2017
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Publikationen

Publikation

SHUNGA

Erotische Kunst aus Japan
Erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung (12.10.2016–5.3.2017), MAK Wien.
Deutsch
80 Abbildungen, 150 Seiten, 18 x 13,5 cm, Softcover
MAK Wien 2016
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