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JENNY HOLZER

XX
Mi, 17.05.2006–So, 17.09.2006

Seit den siebziger Jahren steht die geschriebene Sprache im Zentrum des Schaffens der amerikanischen Installationskünstlerin Jenny Holzer. Ihr geht es um das Vermitteln von Botschaften im öffentlichen Raum. Da sie sich dabei an Zufallsbetrachter richtet, sind Eingängigkeit und mediale Präsenz wichtige Kriterien bei der Wahl ihrer Mittel. Ihre Texte erscheinen auf Plakaten und T-Shirts, auf Parkbänken, elektronischen Anzeigetafeln oder Laufschriftbändern. Seit 1996 kommuniziert Jenny Holzer durch großformatige Lichtprojektionen an öffentlich zugänglichen Orten teils brisante Parolen: von Einzeilern bis zu komplexen Elegien, von Allerweltsweisheiten ("Truisms") bis hin zu Stimmen persönlicher Intimität.

Einen öffentlichen Dialog über Poesie und Kunst sowie deren Bezug zum politischen Geschehen regt die Künstlerin mit der MAK-Ausstellung "XX" an, entwickelt mit unmittelbarem Bezug
zum MAK und direkt vor Ort. "XX" besteht aus mehreren Komponenten, die jeweils jüngste Entwicklungen ihres Werkes transportieren. Im Zentrum steht eine Installation in der MAKAusstellungshalle, für die sie erstmals eine Lichtprojektion für den Innenraum konzipiert. Texte der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek tauchen den Raum in ein Meer von Sprache.

"XX" erstreckt sich mit einer Serie von Lichtprojektionen auch auf den öffentlichen Wiener Raum. Als Projektionsfläche dienen u.a. "staatstragende" Bauten entlang der Ringstraße: Parlament, Rathaus, Präsidentschaftskanzlei, Nationalbibliothek, Oper etc. Während Jenny Holzer ursprünglich hauptsächlich mit eigenen Texten arbeitete, zitiert sie dabei auch aus Werken von Wislawa Szymborska, Yehuda Amichai, Henri Cole und anderen. Als drittes Element der Ausstellung werden Dokumentationen ihrer künstlerischen Arbeiten präsentiert.

Das Werk der 1950 in Ohio geborenen Künstlerin ist in allen maßgeblichen Ausstellungshäusern vertreten, so im Guggenheim Museum New York und Bilbao und im Pariser Centre Pompidou. 1990 vertrat sie die USA auf der Biennale in Venedig. Für das MAK gestaltete Jenny Holzer den Schausammlungssaal Empire Biedermeier und realisierte 2002 eine Projektion am Gefechtsturm Arenbergpark. Auch für das Projekt CAT - Contemporary Art Tower entwickelte sie eine künstlerische Intervention.

Ausstellung
Jenny Holzer, Peter Noever
Kuratorin
Bettina M. Busse


 

[Die Heroin des stillen Zorns]

[Lichtprojektionen
im öffentlichen Raum]


Katalog JENNY HOLZER. XX,
herausgegeben von Peter Noever, Texte von Marie-Laure Bernadac und Peter Noever, Interview mit Jenny Holzer von Bettina M. Busse, dt./engl., 64 Seiten, 36 Abb., SCHLEBRÜGGE.EDITOR/MAK, 2006, EUR 25
[MAK Design Shop]
 

 

 

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